Ideologie Selbstverwirklichung?

Ist Selbstverwirklichung im Beruf eine Ideologie?
Wie beeinflusst dies Berufstätige, z.B. Künstler?

Der Kunstverein Harburger Bahnhof lässt bis April 2021 mit “Grind& Shine Inc. by Cake& Cash” eindrückliche Impulse direkt zwischen die Gleise setzen, perfekt platziert mitten unter die Berufspendler.
Als Auftakt thematisiert Francis Kussatz vordergründig ökonomischen Druck und die Frage des “Sich-Kaputt-Arbeitens” oder “Verbiegens” als Künstler auf der Jagd nach Erfolg, dem schönen Schein oder simple dem Bezahlen der Miete. Lese ich jedoch einen präsentierten Fragebogen, geht das philosophische Hinterfragen viel tiefer.

Sind wir nicht alle Künstler unseres Lebens?

Wo geben wir selbst Mündigkeit ab, um vermeintliche Bedürfnisse wie alle 4 Jahre ein neues, moderneres Sofa zu finanzieren? Wie wichtig ist Authentizität im Büro, nicht nur auf der Leinwand?

Und umgekehrt: Folgt ein Weltenbummler-Aussteiger nicht genauso fremdbestimmt der modernen Ideologie der Selbstverwirklichung wie die Karrierefrau Feminismus und traditionellen Erfolgsmaßstäben?

Wo setzen Sie selbst Ihren Akzent und wer könnte Sie dabei beeinflusst haben, positiv, negativ, unbewusst oder bewusst? Sehr lesenswert zum Thema, was wir als so selbstverständlich hinnehmen, dass wir kaum neue Wege denken können (Mehrheitsdemokratie), ist auch Juli Zehs Kapitel “Supranationales Glänzen” in der Essay-Sammlung “Alles auf dem Rasen“.

 

Für alle Hamburger ein lohnenswerter Ausflug zu einer überdachten Freiluft-Ausstellung, keine 100m von den Gleisen der S-Bahn, auf dem Weg zur gerade-noch-so blühenden Fischbeker Heide in Neugraben!

Und wer lieber jetzt und hier eine Eindruck gewinnen will, kommt bequem hier auf die Seite der Ausstellung.

 

 

How do your dreams come true? Work hard and you will shine like a star. You can reach anything.

Artist Francis Kussatz in the exhibition “Grind& Shine by Cake& Cash”

“Do I need spectators to be assured of my life’s vision?” are questions not only intriguing the artist longing for fame to finance her or his chosen career. I love the current (free) exhibition at our local train station that even includes the rather philosophic questionnaire below, if you yearn to ponder more on the subject 🙂

The questionnaire as presented by Francis Kussatz:

What does self-realisation mean to you?
Is self-realisation an ideology?

In what way is individualisation interwoven with it?

What are the corner posts for legitimising of the self?

What is failure?

Do I need an audience in order to be assured of my path of life?

What of all this is work?

What role does immaterial effort play in your proceedings?

Do we need authenticity in art?

To what extent can we act maturely in the face of needs that are coproduced by goods?

Are there realities of life beyond the economical sphere?

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